Behindertensport: Auch im Rollstuhl geht's zum Birdie

 

Der Behindertensport ist eine der wichtigsten Möglichkeiten für körperlich oder mental besonders geforderte Menschen zur Inklusion. Er bildet einen wichtigen Zugang für die Teilhabe am Leben der Nichtbehinderten. Und das Interesse der Öffentlichkeit daran ist groß, wie die hohen Zuschauerzahlen bei internationalen Behinderten-Wettkämpfen zeigen. Bei den Paralympics, den Olympischen Spielen der Behinderten, gibt es große Sendestrecken mit hohen Einschaltquoten im Fernsehen. Print- und Internetmedien vermitteln diese Veranstaltungen ebenso in herausgehobener Weise: Das Interesse dafür ist vorhanden. Auch die öffentlichen Förderstrukturen sowie die Sponsoren aus der Privatwirtschaft gibt es hier - genauso wie im sonstigen Spitzensport. 

Möglichkeiten vor der Haustür

Der Behindertensport ist aber vor allem wichtig im Hobby- und Freizeitbereich. Hier bildet er das in den Lebensalltag integrierte Angebot vor der Haustür, hier findet der Großteil der Behinderten die Möglichkeiten, trotz des Handicaps Sport zu treiben. Das zeigen die Zahlen und Aktivitäten der Vereine und Verbände im Bereich des Behindertensports. Der Deutsche Behindertensportverband (DBS) ist die Dachorganisation für 5300 Vereine und Verbände mit Bewegungsangeboten von Behinderten oder für Behinderte. Er bildet die Lobby für etwa eine halbe Million Kinder und Erwachsene. Der Deutsche Rollstuhlsportverband (DRS) repräsentiert 9000 Aktive aus 330 Vereinen in 24 Sportarten. Wie bei Nichtbehinderten auch reicht hier die Spannweite vom Breiten- bis zum Spitzensport. Sie umfasst ebenso die Bereiche Kinder- und Jugendangebote wie Prävention und Rehabilitation. Neben den speziellen Behindertensportclubs existieren weitere Organisationsformen. Das sind Familiensportclubs, die ausdrücklich die besonders herausgeforderten Menschen integrieren. Ebenso existieren allgemeine Sportvereine mit einer Abteilung für Behinderte oder dem inklusiven Anspruch.

Angebote für alle Interessen

Auch Menschen mit Behinderungen betreiben Leistungssport. Bestes Beispiel dafür sind die Paralympics, die nationale Basis für diese Leistungen bilden Bundesligen. Ja, diese deutschlandweit organisierten Strukturen gibt es auch im Behindertensport. Besonders bekannt sind die Rollstuhl-Bundesligen im Tischtennis und im Basketball. Dass körperlich und mental besonders herausgeforderte Menschen Hallensportarten betreiben, ist naheliegend: Hier sind die baulichen Voraussetzungen für ihre Anforderungen vorhanden - oder sie werden speziell für sie geschaffen. Doch wer vermutet, dass es auch Freiluftsportarten für Menschen mit Behinderungen gibt?

Jeder hat ein Handicap

Golf - Sport auch für Behinderte
Ob mit einer Hand, einem Arm oder im Rollstuhl: Auch Behinderte spielen Golf und nehmen dazu selbstbewusst einen Fachbegriff dieses Sports für sich in Anspruch: "Jeder hat ein Handicap", sagen sie. Das, was im Golf die eigene Spielstärke im Verhältnis zum Profi beschreibt, übertragen die behinderten Golfer auf ihre besondere Situation. Behindertengolf - auch Inklusiongolf genannt - zählt schon längst zum Alltag dieser Sportart. Unter lakeballs.de finden sich neben Golfausrüstung und -kleidung sondern auch die Broschüre "Inklusion pur". Das Magazin trägt den Untertitel "Golfen für Menschen mit Handicap" und bietet neben Erfahrungsberichten Tipps für Training und Rehabilitation. Schon 1994 gründete sich in Ahrensburg (bei Hamburg) der Behinderten Golf Club Deutschland (BGC). Er ist Mitglied im Deutschen Golf Verband, richtete 1997 erstmalig den Deutschland Pokal der Behinderten Deutschen Golferinnen und Golfer aus. Ein weiterer Meilenstein ist die Gründung der European Disabled Golf Association (EDGA) in Wiesbaden 2000, seitdem gibt es offizielle Länderspiele für behinderte Golfsportler. 2001 fand die erste Europameisterschaft dafür statt.

 

 

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